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Das Steinbeis-Team
 

Dem Schmerz auf der Spur
Europäische Forscher entwickeln „Smart Drugs“ zur Schmerztherapie bei Krebspatienten

Medieninformation vom 11. Dezember 2006

Mit etwa zwei Millionen Euro finanziert die Europäische Union ein Forschungsprojekt zur Entwicklung von neuartigen Substanzen für die Schmerztherapie. Im Fokus der Forscher stehen dabei Krebspatienten im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung. Ihnen soll durch die Behandlung mit neuen Medikamenten dann ein erträgliches Leben ermöglicht werden. In diesem Forschungskonsortium mit dem Namen Normolife arbeiten elf Institute und Organisationen aus sechs EU-Staaten zusammen.

Wichtiger Partner in dem Konsortium ist eine Forschergruppe der Universität Rostock, geleitet von Prof. Dr. Dieter G. Weiss. Die Wissenschaftler nutzen dazu ein vornehmlich in Mecklenburg-Vorpommern entwickeltes Zellsensor-System. Bei diesem System werden Nervenzellen auf elektrischen Sensoren gezüchtet und über die Ableitung elektrischer Signale wird die Reaktion der Zellen auf Substanzen getestet. Dieses Verfahren erspart in der vorklinischen Phase Tierversuche. Die Entwicklung aus Mecklenburg-Vorpommern findet nun erstmals in einem EU-Projekt seine praktische Anwendung.

„In dieser Forschungskooperation wollen wir gemeinsam Medikamente finden, die den Krebspatienten sogar im Endstadium der Krankheit Schmerzfreiheit bringt“, so Professor Weiss vom Institut für Zellbiologie und Biosystemtechnik an der Universität Rostock. „Bislang werden hierzu Opiate oder Schmerzpflaster genutzt. Diese Therapien wirken durchaus, die ohnehin schon geschwächten Patienten haben jedoch mit Nebenwirkungen zu kämpfen. Solche Medikamente lösen oftmals Atemprobleme, Schweißausbrüche, Übelkeit und Gleichgewichtsstörungen aus. Das Ziel des Forscherkonsortiums ist es, dafür Medikamente einer neuen Generation zu entwickeln.“

In der Wissenschaft ist bekannt, dass bei der Schmerzwahrnehmung die elektrischen Signale von den betroffenen Organen über das Rückenmark bis ins Gehirn geleitet werden. Die Blockade dieser verschiedenen Schmerzrezeptoren durch neuartige „Smart Drugs“ verspricht eine bessere Wirkung als bislang genutzte Medikamente, die nur auf ein einzelnes Zielmolekül wirken. Die neuen Medikamente hingegen sollen nicht nur einem Rezeptor angreifen, sondern die Weiterleitung der Schmerzsignale in den Nervenbahnen des Rückenmarks und im Gehirn blockieren.

Das Projekt wird vom Medizinischen Forschungszentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Warschau geleitet. Die deutschen Normolife-Partner sind die Universität Rostock und als langjähriger Partner das Bioinformatik-Unternehmen Pattern Expert, zudem übernimmt das Steinbeis Team Nordost in Rostock Aufgaben im Management des Forschungskonsortiums.normolife logo

Kontakt: Henner Willnow


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