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Nervenzellen im Dialog mit Mikrochips

Rostocker Forscher verbessern Medikamentenscreening

Ein neuartiges In-Vitro-Screeningsystem, das Rostocker Forscher im Verbund mit Industriepartnern entwickeln, soll die Wirkungsanalyse von Nervenmedikamenten verbessern. Vorgestellt wurde das System NeuroSensorix auf der Kongressmesse „BioConValley - Life Science for the Future“ vom 9. - 10. September in Rostock. Das Herzstück sind Mikrosensorchips, auf welchen sich lebende Nervenzell-Netzwerke entwickelt haben. Diese Nervenzell-Netzwerke zeigen typische Aktivitätsmuster im Ruhezustand sowie Veränderungen als Reaktion auf Substanzzugaben. So zeigt sich z.B. die Wirkung der getesteten Medikamente sofort am veränderten Kommunikationsverhalten. Die Nervenzell-Sensorchips, die von Mitarbeitern des Instituts für Zellbiologie und Biosystemtechnik der Universität Rostock mit den Industriepartnern Bionas GmbH, Micronas GmbH, Pattern Expert und Teraklin AG entwickelt wurden, sollen zukünftig die Substanztests für die Neuropharmaka-Entwicklung wesentlich vereinfachen.
„NeuroSensorix kann Tierversuche in der Pharmaentwicklung ersetzen“, erklärt Prof. Dieter G. Weiss vom Institut für Zellbiologie und Biosystemtechnik und Leiter des Projekts. „Und es hat noch weitere Vorteile: Die Ergebnisse sind schnell verfügbar und äußerst exakt.“ Letzteres sei auch auf die hohe Standardisierung der Testbedingungen zurückzuführen, wie Ralf Ehret vom Projektpartner Bionas GmbH ergänzt. Die aus der Universität Rostock ausgegründete Firma link Bionas GmbH bietet jetzt der Pharmaindustrie Serviceleistungen in der Wirkstofftestung an. „Wir haben schon diverse Anfragen,“ zeigt sich Prof. Weiss zufrieden. „Das macht die nächsten Schritte des Projektes möglich, denn im Endeffekt wollen wir ein komplettes System entwickeln: kundenfreundlich zu bedienen von der Substanzzugabe bis zur Datenauswertung.“ Die Entwicklungsarbeiten werden im interdisziplinären Landesforschungsschwerpunkt „Innovationsnetzwerk Biosystemtechnik“ durch die EU, das Land Mecklenburg-Vorpommern und die Industriepartner finanziert. Im Mai wurden die Arbeiten auf der MIPTEC in Basel, führenden europäischen Messe für Pharma-Entwicklung, mit dem ersten Preis für den innovativsten Beitrag ausgezeichnet.

Weitere Informationen zum „Landesforschungsschwerpunkt Innovationsnetzwerk Biosystemtechnik“ erhalten Sie link hier.

 

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